
Geschichte
Warum gibt es kein BMW M5 RingTaxi mehr?
Wer regelmäßig am Nürburgring unterwegs ist, erinnert sich:
Das legendäre BMW M5 RingTaxi war über viele Jahre eines der bekanntesten Highlights auf der Nordschleife.
Spätestens durch Fahrer wie Sabine Schmitz wurde das Konzept weltweit berühmt. Das Renntaxi Nürburgring wurde zu einem Symbol für echtes Motorsport-Erlebnis – schnell, emotional und für viele unvergesslich.
Doch heute sieht man kaum noch einen M5 auf der Strecke – insbesondere nicht im professionellen Renntaxi-Einsatz. Warum ist das so?
Der neue BMW M5: Mehr Technik, weniger Eignung für die Nordschleife
Mit der aktuellen Generation des BMW M5 hat sich das Konzept grundlegend verändert. Erstmals setzt BMW auf einen Hybrid-Antrieb.
Was im Alltag Vorteile bringt, stellt auf der Nürburgring Nordschleife einen klaren Nachteil dar.
Das Hauptproblem: Gewicht
- Leergewicht: ca. 2.510 kg
- mit Fahrer und bis zu 3 Passagieren: nahe zu 3.000 kg Gesamtgewicht
Dieses Gewicht ist für den dauerhaften Einsatz auf der Nordschleife ein entscheidender Nachteil – sowohl in Bezug auf die Performance als auch auf die Haltbarkeit.
Hybrid-Antrieb: Leistung nicht konstant verfügbar
Ein weiterer entscheidender Punkt ist das Verhalten des Hybrid-Systems im Grenzbereich:
- Die zusätzliche elektrische Leistung steht nur zur Verfügung, solange die Batterie geladen ist
- Ist die Batterie entladen, entfällt dieser Leistungsanteil vollständig
- Das Fahrzeug bleibt jedoch weiterhin deutlich schwerer
Das führt zu einem klaren Ungleichgewicht:
👉 weniger Leistung bei gleichzeitig höherem Gewicht
Zusätzlich entsteht ein praktisches Problem im Betrieb:
Der Hybrid-Antrieb muss regelmäßig geladen werden, was im intensiven Touristenfahrten- oder Renntaxi-Betrieb kaum effizient umsetzbar ist.
Verschleiß: Der entscheidende wirtschaftliche Faktor
Die Nordschleife ist bekannt für ihre extremen Anforderungen. Gewicht wirkt sich hier direkt auf alle Verschleißteile aus.
Ein schweres Fahrzeug wieder M5 führt zu:
- massiv erhöhtem Reifenverschleiß
- extrem hoher Belastung der Bremsanlage
- steigenden Temperaturen in Fahrwerk und Antrieb
Im Dauerbetrieb eines RaceTaxis verstärkt sich dieser Effekt erheblich. Das macht den Einsatz eines M5 wirtschaftlich kaum sinnvoll und umsetzbar.
Fahrdynamik: Warum der M3 Competition die bessere Wahl ist
Ein Blick auf die aktuellen Fahrzeuge bei den Touristenfahrten am Nürburgring zeigt ein klares Bild:
Der BMW M3 Competition ist deutlich häufiger vertreten als der neue M5.
Die Gründe liegen in der Fahrdynamik:
- geringeres Gewicht
- bessere Balance
- höhere Agilität in schnellen Kurven
- präzisere Fahrzeugkontrolle
Diese Eigenschaften sind entscheidend für ein sicheres und gleichzeitig intensives Co-Pilot-Erlebnis.
Mehrere Passagiere verstärken das Problem
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Renntaxi-Bereich ist die Auslastung der Fahrzeuge. Beim GetSpeed RaceTaxi können bis zu drei Gäste gleichzeitig mitfahren.
Das bedeutet:
- 1 Fahrer + bis zu 3 Passagiere
- mehrere hundert Kilogramm Zusatzgewicht
Beim ohnehin schweren M5 führt das zu einem Gesamtgewicht nahe der 3-Tonnen-Marke – mit entsprechenden Auswirkungen auf Performance und Verschleiß.
Performance-Anspruch bei GetSpeed RaceTaxi
Beim GetSpeed RaceTaxi liegt der Fokus klar auf maximaler Performance und einem möglichst authentischen Rennstreckenerlebnis.
Selbst moderne Fahrzeuge wie ein BMW M3 in Serienausführung oder ein M3 CS reichen in ihrer Grundkonfiguration nicht aus, um diesen Anforderungen vollständig gerecht zu werden.
Deshalb werden die eingesetzten Fahrzeuge gezielt modifiziert, unter anderem durch:
- Fahrwerksoptimierungen
- Anpassungen an Brems- und Kühlsystem
- spezifische Abstimmung für die Nordschleife
Ziel ist es, ein Fahrzeug zu schaffen, das sowohl den extremen Anforderungen der Strecke als auch dem Anspruch an ein professionelles Renntaxi-Erlebnis gerecht wird.
Historische Bedeutung des BMW RingTaxi
Das ursprüngliche BMW RingTaxi bleibt dennoch ein bedeutender Teil der Nürburgring-Geschichte.
Mit Persönlichkeiten wie Sabine Schmitz wurde das Konzept weltweit bekannt und hat das Thema Renntaxi am Nürburgring maßgeblich geprägt.
Die damaligen Fahrzeuge waren jedoch:
- leichter
- puristischer
- stärker auf Fahrdynamik ausgelegt
Ein Konzept, das perfekt zur Nordschleife passte.
Fazit: Warum es heute kein M5 RingTaxi mehr gibt
Die Gründe sind klar und technisch nachvollziehbar:
- Hybrid-System bringt zusätzliches Gewicht
- elektrische Zusatzleistung ist nicht dauerhaft verfügbar
- hoher Verschleiß von Reifen und Bremsen
- zusätzlicher Aufwand durch Ladezyklen
- geringere Fahrdynamik im Vergleich zu leichteren Fahrzeugen


